Fußfehlstellungen erkennen und richtige behandeln

Fußfehlstellungen erkennen und richtige behandeln

15.12.2020

Ratgeber: Fußfehlstellungen erkennen und richtige behandeln

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Die Füße sind tagtäglich enormen Belastungen ausgesetzt. Sie fungieren nicht nur als Stützen, sondern sorgen neben der Beweglichkeit auch für das Gleichgewicht. Dabei können Fußfehlstellungen wie Spreizfuß, Knick-Senk-Fuß oder Hallux Valgus unter Umständen zu starken Schmerzen führen und weitere Beschwerden in Hüfte, Rücken oder Knie mit sich bringen.

Wann und wie problematische Füße behandelt werden können, finden Sie in folgendem Beitrag zusammengefasst.

 

Ursachen für Fußfehlstellungen

Mediziner definieren Fußfehlstellungen als Abweichungen des Fußes von der „Normalstellung“. Besonders in der aktuellen Zeit laufen die Menschen immer weniger barfuß, hauptsächlich aus modischen Gründen.

Von Fehlstellungen betroffen kann neben dem Fußgewölbe auch der Zehenapparat sowie der Vorderfuß sein. Je nach Ausprägung können sie völlig unauffällig und beschwerdefrei verlaufen oder aber mit Schmerzen und Deformationen auftreten.

Fußfehlstellungen können angeboren sein oder erworben werden. Angeborene Fehlstellungen können u.a. aufgrund von schwachem Bindegewebe entstehen.

Viele Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens in Schuhen was zur Folge hat, dass die Fußmuskulatur weniger ausgeprägt ist. Dabei schützt eine gut ausgebildete Fußmuskulatur nicht nur vor Verletzungen, sondern auch vor Fehlstellungen.

Neben einer schwachen Fußmuskulatur zählen auch falsches Schuhwerk und übermäßige oder falsche Belastung zu den Hauptursachen von Fußfehlstellungen.

Schuhe von minderwertiger Qualität mit schlechter Innensohle oder zu enge bzw. zu hohe Schuhe bringen die Füße ebenfalls in eine unangenehme ‚Zwangslage‘.

 

Welche Fußfehlstellungen gibt es?

Die durchschnittliche Tagesbelastung der Füße beträgt ca. 5000 Schritte. Unzählige Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen sorgen für eine einwandfreie Funktion – allerdings nur solange die Füße gesund sind.

Wie bereits o.a. gibt Fußfehlstellungen die angeboren sind und welche, die im Laufe der Zeit durch falsches Schuhwerk, falsche oder übermäßige Belastung entstehen.

Zu den bekanntesten Fußfehlstellungen zählen:

  • Hallux valgus
  • Fersensporn
  • Spreizfuß
  • Plattfuß (Knick-Senk-Fuß)

 

Fußfehlstellungen erkennen

Je nach Fehlstellung können unterschiedliche Symptome auftreten:

Der Hallux Valgus ist eine Schiefstellung der großen Zehe im Grundgelenk nach außen. Dadurch tritt der Ballen am Fußinnenrand oft deutlich hervor und verursacht zunächst vorwiegend ästhetische Probleme. Es kann jedoch in weiterer Folge auch zu Schmerzen kommen, die behandelt werden müssen.

Dem Hallux Valgus kann mit fußgerechtem Schuhwerk vorgebeugt werden, sofern er nicht angeboren wurde. Ebenso können Fußgymnastik und entsprechende orthopädische Einlagen die notwendige Unterstützung bringen.

Der sogenannte Fersensporn wird als dornartiger, knöcherner Auswuchs an der Ferse beschrieben, der sich im Laufe der Zeit am unteren Fersenbein oder an der Fußsohle bildet. Durch Fersensporn kann es zu Schmerzen in der Plantarsehne kommen, was wiederum zur Folge hat, dass spezielle Fersensporn-Einlagen zum Einsatz kommen.

Diese werden in der Regel vom Facharzt verschrieben und vereinen zwei Funktionen: durch eine angenehme Einbettung der Ferse wird die Plantarsehne gedehnt und der Schmerz gelindert.

Individuell angefertigte Fersensporn Einlagen mindern den Druck auf die Ferse und unterstützen so ein Abschwellen des entzündeten Gewebes.

Der Spreizfuß tritt besonders bei Frauen häufig auf und lässt sich durch das abgesunkenes Quergewölbe im Vorderteil des Fußes erkennen. Der Mittelfuß und Zehenwurzelknochen stehen zu weit auseinander. Dadurch kommt es zum Abknicken der Füße auf die Seite und der Vorderfuß wird immer breiter.

Diese Fehlstellung bringt Auswirkungen auf den ganzen Körper mit sich. Es kann zu Fehlhaltungen kommen, die auch das Gangbild beeinflussen. Folglich können Hüft- und Knieprobleme auftreten.

Im Laufe der Zeit kann es jedoch durch das Tragen von zu kleinen und zu engen Schuhen sowie bei dauerhafter Fehl- bzw. Überbelastung zum Fußproblem Plattfuß kommen. Diese Fehlstellung kann auch angeboren sein, allerdings ist dies selten der Fall und wird normalerweise von weiteren Problemen begleitet.

Beim Plattfuß kommt es häufig nach langen Belastungen zu Schmerzen an der Innenseite des Fußes sowie zu einem Müdigkeitsgefühl. Bei leichteren Beschwerden ist es ausreichend, entsprechende Übungen zu machen und so oft wie möglich Barfuß zu laufen.

Ausgeprägtere Formen des Plattfußes erfordern allerdings intensivere Behandlung und es werden spezielle Einlagen verordnet. Diese sollen zur Korrektur der Fehlstellung beitragen und für eine entsprechende Unterstützung und Entlastung sorgen.

Bei besonders starken Beschwerden ist nicht selten ein operativer Eingriff unumgänglich, um weitere Folgeschäden zu vermeiden. Diese Entscheidung trifft der behandelnde Facharzt.

 

 

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Fußfehlstellungen behandeln

 Die passende Behandlung ist von der jeweiligen Fehlstellung, deren Ursache und dem Schweregrad abhängig.

Sobald sich Fußprobleme bemerkbar machen, sollten diese auch entsprechend abgeklärt werden. Bei Nichtbehandlung kann es zu weitaus schwereren Folgen kommen, die sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken.

Die meisten Fußfehlstellungen werden in erster Linie mit speziellen orthopädischen Einlagen behandelt. Sie sind ein spezialisiertes und orthopädisches Hilfsmittel, welche auf die entsprechende Form und die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Je nach Funktionalität unterstützen sie die Bewegung und können die Fußmuskulatur aktivieren. Außerdem tragen sie auf diese Weise zur Optimierung der Bewegungsabläufe und der Körperhaltung bei.

Experten sind sich hier einig, dass dies die wichtigste Therapieform ist, da sie das Fußgewölbe unterstützt und dem Fuß so ein leichteres Abfedern ermöglicht. Regelmäßiges Tragen der Einlagen unterstützt auf lange Sicht gesehen auch eine deutliche Verbesserung des Gangbildes. Um dies auch zu gewährleisten, ist eine fachgerechte Anpassung der Einlagen notwendig.

Außerdem sollten sie regelmäßig erneuert werden, da es mit der Zeit zur Abnutzung kommt und die therapeutischen Eigenschaften verloren gehen.

Es besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe von Schienen, Bandagen und oder auch Orthesen Linderung zu verschaffen.

 

Fußfehlstellungen vermeiden

Regelmäßiges Barfußgehen fördert eine gute Fußmuskulatur, die wiederum vorbeugend gegenüber Fehlstellungen wirkt. Ebenso ist gut sitzendes und angepasstes Schuhwerk wichtig. Die Schuhe sollten nicht zu eng, nicht zu klein und vor allem nicht zu hoch sein, da es beim Tragen von hohen Absätzen zur dauerhaften Überbelastung des Vorderfußes kommt.

Schon im Kleinkindalter ist das richtige Schuhwerk ausschlaggeben, da hier oft die Grundsteine für spätere lebenslange Folgen gelegt werden. Besonders gut geeignet sind Schuhe mit flexibler Sohle, die ein dynamisches Abrollen ermöglichen. Außerdem sollte man auch auf einen ausreichenden Abstand zwischen Schuh und Zehen achten.

Die goldene Faustregel besagt, dass ein Finger zwischen Ferse und hinterem Schuhrand Platz haben sollte.

Idealerweise werden beim Auftreten und Abrollen die wichtigsten Belastungspunkte der Füße beansprucht: die Ballen unter dem großen und kleinen Zeh und die Ferse. Das „perfekte“ Gehen lässt sich durch entsprechende Übungen trainieren, die ganz einfach und schnell in den Alltag integriert werden können.

Gesunde Füße bieten nicht nur eine Verletzungsprophylaxe, sondern beugen in weiterer Folge auch Rücken- und Nackenbeschwerden vor, welche wiederum eine gute Haltung beeinflussen. Deshalb sollte man die Füße auch entsprechend pflegen und ihnen ausreichend Aufmerksamkeit schenken.

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