Chemikalien und Schadstoffe in Babytextilien – Was Eltern beachten sollten

Chemikalien und Schadstoffe in Babytextilien – Was Eltern beachten sollten

04.11.2015

Ratgeber: Chemikalien und Schadstoffe in Babytextilien

In Babykleidung können Chemikalien und Schadstoffe enthalten sein - Bildquelle: © athomass - Fotolia.com

Wer seinem Baby neue Strampler oder Bodys für die Erstausstattung kauft, rechnet meist nicht damit, dass auch Babytextilien Schadstoffe enthalten können, die die Gesundheit des Baby gefährden oder in der Lage sind, Allergien auszulösen. Vorsorgeuntersuchungen helfen zwar, Anzeichen zu erkennen, doch nur der bewusste Einkauf von Kleidung und Equipment bietet die notwendige Sicherheit. Doch gerade dort sind viele Eltern unwissend. Welche Schadstoffe gibt es, woran lässt sich unbedenkliche Babykleidung erkennen und was muss beim Thema Waschen beachtet werden? Der folgende Artikel bietet Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Stoffarten eignen sich für Babytextilien besonders gut?

Eltern, die nach Babykleidung, Bettwäsche und Co suchen, haben die Qual der Wahl. Zahlreiche Designs und Farben, aber auch ganz unterschiedliche Materialien werden in den Geschäften angeboten. Doch welche Textilien eignen sich am besten für die zarte Haut von Babys?

Am wichtigsten ist, dass es sich um schadstofffreie oder zumindest schadstoffarme Textilien handelt, wie im Folgenden noch beleuchtet wird. Zudem muss vor allem Kleidung bequem zu tragen sein und sich angenehm auf der Haut anfühlen. Nicht zuletzt sollten Babytextilien natürlich pflegeleicht und bei hohen Temperaturen waschbar sein. Natur-Textilien erfüllen diese Ansprüche besonders gut. Anbei werden deshalb Baumwolle, Wolle und Seide kurz näher beleuchtet.

 

 

Welche Chemikalien und Schadstoffe sind in Babykleidung zu finden?

Wie der PDF-Datei „Umwelt und Kindergesundheit“ zu entnehmen ist, stellte das Bundesinstitut für Risikobewertung fest, dass Bekleidungstextilien eine Vielzahl an chemischen Substanzen enthalten können. Da die natürliche Schutz Funktion der Haut bei Babys in den ersten Lebensmonaten noch nicht vollständig ausgereift ist, können Chemikalien, wie zum Beispiel Farbstoffe besonders leicht in den Körper des Babys eindringen.

   ⦁    Chemische Weichmacher

Hierbei handelt es sich um Chemikalien, denen Kunststoffe, wie PVC, zugesetzt sind. So werden sie, wie das Umweltbundesamt beschreibt,  weicher, schlagfester und geschmeidiger. Die Stoffe sind vor allem in Schuhsohlen, den Fußsohlen von Rutschsocken sowie in gummierten Applikationen auf Bodys und Stramplern zu finden. Einer der bekanntesten und bedenklichsten Weichmacher ist Diethylhexylphthalat, kurz DEHP. Er ist fruchtbarkeitsschädigend, aber dennoch in der EU bisher nicht gesetzlich verboten.

   ⦁    Farbstoffe

Leider werden auch heute immer noch Farbstoffe für Babykleidung verwendet, die gesundheitlich bedenklich sind. Vor allem, wenn die Textilien direkt auf der Haut getragen werden, sollte von stark gefärbten Kleidungsstücken abgesehen werden. Ist das Textil als separat zu waschen gekennzeichnet, bedeutet dies, dass beim Waschen Farbe austreten kann. Solche Textilien sollten Babys überhaupt nicht tragen, da die schädlichen Farbstoffe durch ihre sensible Haut dringen.

Besonders problematisch sind sogenannte Dispersionsfarben, da diese bei Hautkontakt Allergien auslösen können. Noch gefährlicher ist sogenannte Azofarbe, welche beim Eindringen in die Haut krebserregende Stoffe freisetzt. Textilien, welche Azofarben enthalten, dürfen in Deutschland weder hergestellt, noch importiert werden.

   ⦁    Sonstige Schadstoffe

In manchen Textilien wurden bei diversen Testeinkäufen folgende Schadstoffe gefunden:

  • In manchen Stramplern konnte eine zinnorganische Verbindung nachgewiesen werden. Diese Verbindungen sind in der Lage das Hormon- sowie das Immunsystem des Körpers zu schädigen.
  • Selten werden Formaldehyde in Babykleidung gefunden. Diese können der Auslöser von Allergien sein.
  • Phosphororganische Verbindungen konnten ebenfalls in einigen Textilien nachgewiesen werden. Bei diesem Stoff handelt es sich um ein Nervengift.

 

Worauf sollten Eltern beim Kauf achten?

Teure Markenkleidung ist nicht automatisch schadstofffrei. Jedoch müssen Eltern bedenken, dass das Risiko, dass ein 50 Cent Strampler Schadstoffe enthält, höher ist, als bei hochwertigen Kleidungsstücken aus dem Babyfachhandel. Wichtig zu wissen ist, dass Schadstoffe, welche sich zum Beispiel durch Schweiß aus den Textilien lösen, mithilfe mehrmaligen Waschens zu entfernen sind. Eltern sollten die Baby Kleidung also mehr als einmal waschen, bevor der Nachwuchs sie auf der Haut trägt.

 

Bild: Babykleidung sollte vor dem ersten Tragen mehrmals gewaschen werden. © juniart - Fotolia.com

 

Wer sich für Second-Hand-Kleidung entscheidet, tut seinem Kind ebenfalls etwas Gutes, da diese bereits sehr oft in der Waschmaschine war und die meisten Schadstoffe somit beseitigt wurden. Wie schon erwähnt, ist es ratsam, Neuwaren, die den Hinweis „separat waschen“ enthalten, komplett zu meiden. Kleidungsstücke, welche direkt in Kontakt mit der Babyhaut stehen, sollten möglichst nicht gefärbt sein. Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau gilt als besonders unbedenklich.

Oftmals sehen Eltern jedoch lediglich die Chemikalien in der Kleidung, nicht aber in anderen Haushaltegegenständen wie Spielzeug oder Schlafsäcken und Decken. Gerade die Schlafsäcke sind hier hervorzuheben, denn die Kinder verbringen häufig mehrere Stunden am Stück darin. Greenstories.de thematisiert dies und geht näher auf die Schadstoffe und vor allem die Siegel hinsichtlich der Schlafsäcke ein. Frei von Schadstoffen und somit für Eltern unbedenklich sind alle Produkte, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, denn hier ist gewährleistet, dass absolut keine Schadstoffe verwendet werden. Denn obgleich manche Siegel dies ebenfalls Versprechen, können sich dennoch giftige Zusatzstoffe in den Stoffen befinden.

 

 

Welche Siegel versprechen Sicherheit?

Unter naturtextil.de sind alle weiteren Informationen zu den verschiedenen Siegeln zu finden. Dazu gehört das wohl bekannteste Prüfsiegel zur Unbedenklichkeit von Babykleidung "Öko-Tex® Standard 100". Dieses wird von der internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie vergeben. Weiterhin gibt es die Siegel des internationalen Verbandes der Naturtextilhersteller, welche erheblich mehr Transparenz versprechen, da die Richtwerte des "Öko-Tex® Standard 100" über laut vieler Kritiker zu viele Schadstoffe zulassen.

Welches Waschmittel sollte zum Waschen verwendet werden?

Für Babytextilien sollte stets ein mildes und phosphatfreies Waschmittel verwendet werden. Es muss sich nicht zwingend um ein spezielles Waschmittel für Babykleidung handeln, es sei denn, das Baby leidet bereits an einer Hauterkrankung. Eine weitere Alternative sind Waschnüsse.

Wie werden die Textilien auch ohne Weichspüler kuschelig weich?

Da Weichspüler Hautallergien auslösen können, ist es nicht ratsam, sie für das Waschen von Babytextilien zu verwenden. Damit die Kleidung trotzdem schön weich wird, kann einfach ein Schuss Zitrone oder Apfelessig zur Wäsche gegeben werden und diese wird nach dem Waschen im Trockner getrocknet. Wer möchte kann die Textilen anschließend noch bügeln, was sie ebenfalls weicher macht.

Müssen auch Kuscheltiere gewaschen werden?

 

Bild: Auch Kuscheltiere können Schadstoffe enthalten © Oksana Kuzmina - Fotolia.com

 

Kuscheltiere sollten ebenfalls stets gewaschen werden, bevor das Baby das erste Mal damit spielt. Eine gute Methode um schadstoffreiche- von schadstoffarmen Kuscheltieren zu unterscheiden, ist es, an ihnen zu reichen. Riecht das Kuscheltier nach Chemikalien, sollte das Baby nicht damit spielen. Neue Stofftiere werden am besten per Hand und mit Flüssigwaschmittel gewaschen und anschließend gründlich ausgespült.

Babyhaut ist sehr sensibel und zahlreiche Textilien sind voll von schädlichen Stoffen, welche durch die Haut des Babys eindringen können. Eltern sollten sich bei Textilien, die in direktem Kontakt mit der Babyhaut stehen, für ungefärbte Naturfasern entscheiden. Bestimmte Siegel weisen außerdem darauf hin, dass die Textilien relativ schadstoffarm sind. Second-Hand-Kleidung ist ebenfalls zu empfehlen, da bei dieser die meisten Schadstoffe bereits ausgewaschen sind.

Wer neuwertige Kleidung, Kuscheltiere oder andere Textilien kauft, sollte diese zum Teil mehrfach waschen, bevor das Baby mit diesen in Berührung kommt. Grundsätzliche Beratung und Medikamente beispielsweise bei Beschwerden und Ausschlag, die von den Schadstoffen stammen können, bietet jede Apotheke. Ferner gibt es dort Informationen zu allen wichtigen Mitteln, die frischgebackene Eltern im Haus haben sollten.

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