Schwache Herzen brauchen Eisen - Warum das Spurenelement bei Herzinsuffizienz so wichtig ist

Schwache Herzen brauchen Eisen - Warum das Spurenelement bei Herzinsuffizienz so wichtig ist

20.01.2017

Ratgeber: Schwache Herzen brauchen Eisen - Warum das Spurenelement bei Herzinsuf

Ständige Müdigkeit und Konzentrationsschwäche können auf einen Eisenmangel hinweisen. Quelle: djd/iStock/eisen-netzwerk.de

Ohne Eisen geht im menschlichen Körper nichts. Das Spurenelement ist als zentraler Baustein der roten Blutkörperchen vor allem für die Blutbildung unabdingbar, aber auch für die Energiegewinnung in den Muskeln und zahlreiche weitere Stoffwechselprozesse. Chronischer Eisenmangel führt zu Blutarmut, medizinisch Anämie genannt, da zu wenig rote Blutkörperchen gebildet werden und deshalb der Sauerstofftransport zu den Organen eingeschränkt wird.

Das macht sich auf unangenehme Art bemerkbar: „Typische Symptome des Eisendefizits sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie reduzierte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Stephan von Haehling, Kardiologe und Oberarzt an der Uniklinik Göttingen. „Bei Eisenmangel-Anämie kommt es nicht selten sogar zu Luftnot, Herzrasen und Beschwerden in der Brust.“

Dem Herz fehlt der „Kraftstoff“

Besonders riskant ist ein Eisenmangel für Menschen mit Herzschwäche: „Patienten mit Herzinsuffizienz haben aufgrund ihrer Erkrankung häufig belastungsabhängige Luftnot und leichte Ermüdbarkeit. Diese Symptome werden durch den Eisenmangel eher noch verstärkt“, so der Facharzt. Denn durch die verschlechterte Sauerstoffversorgung geht dem Herzmuskel quasi der Kraftstoff aus und das schon vorgeschädigte Pumporgan wird zusätzlich geschwächt.

Nach aktuellen Studien leidet in der EU rund die Hälfte aller Menschen mit Herzschwäche gleichzeitig unter einem Eisenmangel. Dieser kann unterschiedliche Ursachen haben, von einer eisenarmen Ernährung – etwa bei Vegetariern und Veganern – bis zu starken Monatsblutungen bei Frauen. „Zudem haben die Patienten aufgrund der Herzschwäche auch Probleme, das mit der Nahrung aufgenommene Eisen im Darm richtig zu verwerten. Ein einmal vorhandener Eisenmangel kann daher gerade bei Herzschwäche nicht mehr so leicht behoben werden“, so von Haehling.

Den Eisenspeicher wieder auffüllen

Die aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) sehen deshalb vor, dass bei Herzinsuffizienz neben der medikamentösen Standardtherapie ein vorhandener Eisenmangel behandelt werden sollte. Zur Interpretation der Eisenwerte muss der behandelnde Arzt dabei die Diagnose Herzinsuffizienz unbedingt mit einbeziehen, denn für Betroffene gelten andere Kriterien als für gesunde Menschen, wie von Haehling erläutert.

„Das Ziel ist es, die Symptome Luftnot und Schwächegefühl durch vorzugsweise intravenöse Gabe von Eisen zu verbessern.“ Bei der Eisengabe direkt in die Vene träten durch die Umgehung des Darms weniger häufig Nebenwirkungen auf als bei Eisen-Tabletten. Vor allem aber kann der Eisenspeicher des Körpers in sehr kurzer Zeit wieder aufgefüllt werden. So lassen sich Leistungsfähigkeit und Lebensqualität oft deutlich verbessern.

 

INFOKASTEN

Weitere Informationen im Internet:

Informationen zum Thema Eisenmangel, zu den Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten bietet das Online-Portal Eisen-Netzwerk unter www.eisen-netzwerk.de. Die Deutsche Herzstiftung informiert unter www.herzstiftung.de/herzinsuffizienz.html über die Herzschwäche, ebenso die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) unter www.heartfailurematters.org/de_DE.

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