Individualrezepturen sind für Kinder besonders wichtig - Richtige Wirkstoffdosierung ist entscheidend

Individualrezepturen sind für Kinder besonders wichtig - Richtige Wirkstoffdosierung ist entscheidend

04.04.2017

Ratgeber: Individualrezepturen sind für Kinder besonders wichtig - Richtige Wirk

Individualrezepturen aus der Apotheke sind für die Behandlung von Kindern unverzichtbar. Bildquelle: ABDA

Benötigen Kinder Medikamente, muss die Wirkstoffdosierung für die kleinen Patienten geeignet sein. Ob Zäpfchen, Salben oder Tabletten, nicht immer gibt es ein passendes industriell hergestelltes Fertigarzneimittel. „Die Herstellung von Individualrezepturen ist gerade in der Behandlung von Kindern unverzichtbar“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Die Apotheke vor Ort fertigt Rezepturen in der jeweils für das betreffende Kind individuell passenden Dosierung an und trägt damit zu der hohen, flächendeckenden Versorgungsqualität mit Medikamenten bei.“

Bedarf an Rezepturarzneimitteln hoch

Die Herstellung von Arzneimitteln zählt zu den Kernkompetenzen der Apotheker. Allein im vergangenen Jahr stellten die hessischen Apotheken fast eine Million Rezepturarzneimittel her. Dazu zählen kindgerechte Arzneien, aber auch Rezepturen für Indikationsbereiche, für die es keine Fertigarzneimittel gibt, konservierungsmittelfreie dermatologische Zubereitungen und Zytostatikalösungen.

Strenge Prüf-, Hygiene- und Qualitätsvorschriften

In jeder Apotheke ist gemäß Apothekenbetriebsordnung die Möglichkeit gegeben, Rezepturen individuell herzustellen. Damit können, im Unterschied zu industriell gefertigten Medikamenten, Arzneien genau an die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Die anspruchsvolle Rezepturherstellung unterliegt strengen Prüf-, Hygiene- und Qualitätsvorschriften. Auch bei der Abgabe liegt das Augenmerk des Apothekers auf der Arzneimittelsicherheit: Er berät die Eltern der kleinen Patienten zur Anwendung, Lagerung und Haltbarkeit des Rezepturarzneimittels.

Arzneimittelqualität im Fokus

Die Ausgangsstoffe für die Rezeptur werden in der Apotheke zunächst auf ihre Identität kontrolliert. Auch die Zusammensetzung der Rezeptur wird auf Plausibilität geprüft. Sorgfältig wird überwacht, ob alle Bestandteile unschädlich sind, richtig dosiert vorliegen und sich zudem nicht gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Falls es für die Stabilität der Rezeptur notwendig ist, werden zusätzliche Hilfsstoffe eingefügt. Sollten sich vor der eigentlichen Herstellung Unstimmigkeiten ergeben, bespricht sich der Apotheker mit dem verschreibenden Arzt.

Höchste Sorgfalt bei der Herstellung

Die Herstellung der Arznei erfolgt unter Beachtung besonderer Hygienevorschriften mit größter Sorgfalt. Zunächst werden das Rezept selbst, aber auch die Namen von Arzt und Patient kontrolliert. In einer detaillierten Herstellungsanweisung dokumentiert der Apotheker sämtliche Arbeitsschritte und Wiegevorgänge.

Während der Herstellung wird jeder einzelne Schritt protokolliert, die Qualität der Rezeptur überprüft, auch diese Ergebnisse werden im Protokoll vermerkt. So wird sichergestellt, dass sich beispielsweise der Wirkstoff gleichmäßig verteilt oder sich etwa eine Salbe nicht frühzeitig zersetzt, damit am Ende ein qualitativ hochwertiges und sicheres Arzneimittel abgegeben werden kann. Nach der eigentlichen Herstellung wird die Arznei schließlich in ein passendes Gefäß gefüllt und vorschriftsgemäß beschriftet.

Individualrezepturen auch für die Selbstmedikation

Die Apotheke vor Ort kann sowohl Individualrezepturen, die vom Arzt verschrieben werden, als auch Rezepturarzneimittel für die Selbstmedikation herstellen. Das gilt beispielsweise für Salben oder pflegende Rezepturen, die nicht verschrieben werden müssen.

 

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

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