Wenn der Schmerz zur Krankheit wird - Was Betroffene wissen müssen und wie moderne Therapien wirken

Wenn der Schmerz zur Krankheit wird - Was Betroffene wissen müssen und wie moderne Therapien wirken

10.12.2014

Ratgeber: Wenn der Schmerz zur Krankheit wird

Die meisten chronischen Schmerzpatienten leiden unter Rückenbeschwerden. Foto: djd/Pfizer Deutschland/thx

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge rund zwölf Millionen Betroffene, die unter chronischen Schmerzen leiden. Bei ihnen sind aus anfänglich akuten Schmerzen anhaltende Beschwerden geworden. Akute Schmerzreize sind sinnvolle Signale des Körpers. Sie zeigen: Hier stimmt etwas nicht. Ist eine Verletzung abgeklungen, verschwinden meist auch die Beschwerden. Kritisch kann es werden, wenn Schmerzen zu spät oder falsch behandelt werden.

Chronische Schmerzen und die Folgen

Halten Schmerzen über einen längeren Zeitraum an oder treten immer wieder auf, kann das im Rückenmark und im Gehirn zu Veränderungen führen. Der Körper "merkt" sich den Schmerz und entwickelt ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Die Nervenzellen melden in diesem Fall Beschwerden ans Gehirn, obwohl die Ursache bereits abgeklungen ist. Besonders groß ist die Gefahr für Patienten mit Rückenleiden. Sie machen rund 70 Prozent der von chronischen Schmerzen Betroffenen aus. Erhöht ist das Risiko auch für Rheumapatienten sowie für Menschen mit Arthrose, Kopfschmerzen oder Diabetes mellitus. Letztere leiden häufig unter neuropathischen Schmerzen, bei denen das Nervensystem selbst nachhaltig geschädigt ist.

Bei anhaltenden Schmerzen richtig reagieren

Viele Patienten warten zu lange, ehe sie mit Schmerzen einen Arzt aufsuchen, warnen Ärzte. Vor allem der Versuch, den Schmerz zunächst mit rezeptfreien Entzündungshemmern selbst zu lindern, kann schwerwiegende Folgen haben, da diese nicht bei allen Schmerzarten helfen. Dadurch verstreicht wertvolle Zeit und die Gefahr einer Chronifizierung steigt. Schmerztherapeuten raten bei anhaltenden Beschwerden grundsätzlich zum Arztbesuch. Wichtig ist es dabei, dem Mediziner möglichst genau zu beschreiben, wie sich die Schmerzen anfühlen und in welchen Situationen sie auftreten. Außerdem sollte der Arzt auch erfahren, was der Patient bereits zur Schmerzlinderung unternommen hat. Je präziser die Angaben sind, desto besser kann dadurch der Mediziner bei der richtigen Diagnose unterstützt werden. Weitere Informationen finden Interessierte online, zum Beispiel auf dem Verbraucherportal www.ratgeberzentrale.de und unter www.wegeausdemschmerz.de.

Die geeignete Therapie finden

Eine Therapie, die für alle Schmerzpatienten gleichermaßen wirksam ist, gibt es nicht. Bewährt hat sich eine Kombination aus schmerzstillender medikamentöser Therapie, Bewegungs- und Verhaltenstraining - eine sogenannte multimodale Therapie. Vor allem der Bereich Bewegung ist dabei wichtig, weil mangelnde Mobilität weitere Schäden an Muskeln und Gelenken auslösen und wiederum für Schmerzen sorgen kann. Durch physiotherapeutische Maßnahmen kann die Bewegungsfähigkeit zurückkehren und damit auch ein Stück Lebensqualität. Die haben viele Patienten im Laufe ihrer Krankheitsgeschichte verloren. Ein bedeutender Aspekt der multimodalen Therapie ist es daher, auch die seelischen Beschwerden zu behandeln.

Aktiv gegen den Schmerz

Dem Schmerz aktiv begegnen - das ist ein wichtiger Bestandteil der multimodalen Therapie. Patienten lernen dabei, ihren Alltag nicht länger von ihren Beschwerden bestimmen zu lassen. Dazu gehört es beispielsweise, sich in Schmerzphasen gezielt abzulenken, eine Sportart zu finden, die man mit Freude ausüben kann, aber auch, ganz klare Grenzen zu ziehen, wenn der Schmerz zu groß ist. Sinnvoll kann es außerdem sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Vielerorts gibt es sie auch für Angehörige von Schmerzpatienten.

Weitere Informationen gibt es unter www.wegeausdemschmerz.de.

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