Schwere Kost für den Rücken - Wie Übergewicht unserer Wirbelsäule schadet

Schwere Kost für den Rücken - Wie Übergewicht unserer Wirbelsäule schadet

09.02.2016

Ratgeber: Schwere Kost für den Rücken - Wie Übergewicht unserer Wirbelsäule scha

Bildquelle: Praxisklinik Dr. Schneiderhan

Übergewicht gehört zu den größten Risikofaktoren für die Gesundheit. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes wiegt jeder zweite Deutsche zu viel und hat einen erhöhten Body-Mass-Index*. Daraus resultieren Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sowie Probleme mit Muskeln, Sehnen und Gelenken.

Besonders die Wirbelsäule leidet unter der zusätzlichen Last, es droht sogar frühzeitiger Verschleiß. „Übergewicht beeinflusst den Rücken in seiner physiologisch fein abgestimmten Balance und begünstigt schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur. Bereits einige Verhaltensänderungen im Alltag helfen vorzubeugen und stärken die körperliche Verfassung“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

Häufigste Beschwerden

Zu viele Pfunde belasten besonders die Wirbelsäule. Verschleißerscheinungen an Bandscheiben zählen dabei zu den häufigsten Folgen von Übergewicht. Da sie wie Stoßdämpfer zwischen den Wirbeln liegen, fangen sie hohe Belastungen wie etwa durch zusätzliches Körpergewicht auf. Bei ständigem Druck kann der äußere Faserring, der die Bandscheibe umgibt, jedoch reißen, sodass deren gallertartiger Inhalt austritt und auf umliegende Nerven drückt.

„Aus diesem Grund leiden viele übergewichtige Patienten unter starken Schmerzen, Kribbeln in Armen und Beinen oder in schwerwiegenden Fällen sogar unter Lähmungserscheinungen“, sagt Dr. Schneiderhan. Weiterhin erkranken sie häufiger an Wirbelgelenkverschleiß oder degenerativem Wirbelgleiten. Bei Letzterem kommt es zu einer Verschiebung eines Wirbels über den darunterliegenden Wirbelkörper, wobei der obere Wirbel nach vorne abrutscht.

Bei einem Wirbelgelenkverschleiß, auch Spondylarthrose genannt, liegt eine verschleißbedingte Veränderung der kleinen Wirbelgelenke vor. Infolgedessen verliert die Wirbelsäule ihre Stabilität – Fehlbelastungen, Schmerzen und Nachfolgeerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle entstehen. Zur Behandlung der akuten Beschwerden schaffen in vielen Fällen bereits konservative Maßnahmen wie Wärmeanwendungen, Schmerzmittelgabe oder Physiotherapie Abhilfe.

Lässt sich damit keine ausreichende Wirkung erzielen, kommen minimalinvasive Eingriffe zum Einsatz. „Neuartige, schonende und neurochirurgische Operationsmethoden gehören heutzutage zu den sanften Alternativen, da sie direkt an der Schmerzursache ansetzen“, sagt Dr. Schneiderhan. Beispielsweise verschließt der Experte mit dem Mikrolaser kleine Bandscheibenrisse und kann zugleich die Schmerzweiterleitung an das Gehirn unterbrechen. Mit der Hitzesondenbehandlung lassen sich betroffene Bereiche und entsprechende Schmerzfasern veröden – Beschwerden klingen ab.

Größtes Übel: Bewegungsmangel

Ein aktiver Alltag zählt zur Grundvoraussetzung für eine intakte Wirbelsäule. Denn ein deutliches Zuviel auf der Waage hängt in den meisten Fällen mit Bewegungsmangel zusammen: Übergewicht, eine falsche Körperhaltung und Fehlbelastungen stellen sich ein. Bewegung dagegen kurbelt beispielsweise den Kreislauf und die Durchblutung an, dadurch bleiben Rückenmuskeln geschmeidig, Verspannungen und Verkrampfungen bauen sich ab.

Denn die Muskulatur spielt bei der Schmerzentstehung im Rücken oft eine große Rolle. „Ist sie geschwächt, verliert die Wirbelsäule eine ihrer wichtigen Stützen. Alltägliche Belastungen greifen in die empfindliche Struktur aus Wirbeln, Sehnen, Bändern und Knorpeln negativ ein“, berichtet Dr. Reinhard Schneiderhan.

Bewegung hat daher einen doppelten Effekt: Sportliche Aktivitäten bauen ungeliebte Kilos ab und so gestärkte Muskulatur entlastet Wirbel und Bandscheiben zusätzlich. Wer außerdem für eine ausgewogene Ernährung, bestehend aus ausreichend Flüssigkeit, Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, sorgt, beugt Rückenbeschwerden wirksam und langfristig vor.

 

Tipps für einen (rücken-)gesunden Alltag:

- Anstatt Weißmehl- lieber Vollkornprodukte auf den Tisch bringen. Zusätzlich viel Obst und Gemüse essen.
- Täglich genügend trinken, dabei lieber auf ungesüßte Fruchtschorlen und Tees sowie Mineralwasser zurückgreifen.
- Auf gesalzene und gesüßte Snacks verzichten.
- Wenn möglich, immer lieber Treppen steigen als den Fahrstuhl nehmen.
- Mehrmals in der Woche sportlich betätigen. Besonders geeignet sind Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Walking.
- Ausreichend schlafen, bestenfalls auf einer rückenfreundlichen, individuell vom Fachmann angepassten Matratze.
- Stress, Zeitdruck und Überforderung vermeiden. Stets für einen angemessenen Freizeitausgleich sorgen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.orthopaede.com.

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