Schmerzen lindern von Kopf bis Fuß - Innovative Therapiemethode besänftigt chronische neuropathische Schmerzsyndrome auch an bisher schwer erreichbaren Körperstellen

Schmerzen lindern von Kopf bis Fuß - Innovative Therapiemethode besänftigt chronische neuropathische Schmerzsyndrome auch an bisher schwer erreichbaren Körperstellen

20.07.2015

Ratgeber: Schmerzen lindern von Kopf bis Fuß - Innovative Therapiemethode

Bildquelle: St. Jude Medical - Die Spinalganglion-Elektrode liegt direkt neben dem Rückenmark

Menschen, die unter chronischen neuropathischen Schmerzsyndromen leiden, sind in ihrem gesamten Leben eingeschränkt. Durch die andauernden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden entstehen Bewegungsängste oder Funktionsstörungen. Aber auch mental und emotional stellen chronische Schmerzen eine enorme Belastung dar. Hierzu gehören Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gereiztheit und Depressionen. Ursachen reichen dabei von akuten Schmerzen durch Verletzungen über postoperative Beschwerden bis zu körperlichen Verschleißerscheinungen oder Erkrankungen.

„Seit Jahren setzen wir zur Linderung der Symptome die sogenannte Rückenmarkstimulation ein, um die Schmerzen für Patienten zu reduzieren. Dank des innovativen Axium^™ -Neurostimulators kann diese auch an bisher schwer erreichbaren Körperstellen effektiv erfolgen“, erklärt Dr. Stefan Schu, Facharzt für Neurochirurgie und Leitender Arzt für Neuromodulation am Sana Klinikum Duisburg, der diese neue Therapiemethode bereits erfolgreich einsetzt.

Rückenmarkstimulation für schwer zugängliche Körperstellen

Seit vielen Jahren wird die sogenannte Rückenmarkstimulation, englisch Spinal Cord Stimulation (SCS) in der Schmerztherapie eingesetzt, um chronische neuropathische Schmerzen zu therapieren. Über einen batterieähnlichen Impulsgeber und leitende Elektroden gelangen elektrische Impulse an das Rückenmark. Dort wandeln sie Schmerzsignale um, bevor diese im Gehirn als „Schmerz“ erkannt werden. Statt Schmerz fühlen Patienten ein angenehmes Kribbeln, vergleichbar mit dem Gefühl bei einer Massage. „Durch die Weiterentwicklung derTherapietechnologie können wir nun auch schwer zugängliche Körperstellen wie die Leiste, Unterschenkel, Fuß oder Hand präzise und effektiv behandeln.

Somit stellt der Axium-Neurostimulator eine sinnvolle Ergänzung in der Behandlung von chronischen Schmerzen dar“, so Dr. med. Peter Hügler, ärztlicher Leiter des Zentrums für Neuromodulation der sächsischen Paracelsus Kliniken.

Innovative Therapie übernimmt Ampelfunktion

Der Axium-Neurostimulator, eine Technologie des international tätigen Medizintechnik-Unternehmens St. Jude Medical, setzt an dem sogenannten Spinalganglion, englisch Dorsal Root Ganglion (DRG), an. „Pro Rückenmarksegment sitzen je zwei dieser kleinen Nervenknoten an der Wirbelsäule. Sie können die Schmerzsignale bereits regulieren, bevor sie am Rückenmark ankommen, und übernehmen gewissermaßen eine Ampelfunktion“, erläutert Dr. Hügler.

Dabei platzieren die Spezialisten die leitende Elektrode direkt am Ganglion. An dieser Stelle findet kaum Bewegung statt, wodurch sich die Gefahr des Verrutschens erheblich verringert und Schwankungen in der Impulsintensität verhindert werden können. Diese lässt sich über eine externe Fernbedienung von Patienten ein- und ausstellen und in der Stärke regulieren.

Drei Komponenten, zwei Schritte

Damit Patienten vor einem langfristigen Einsatz des Axium-Neurostimulators im wahrsten Sinne des Wortes ein Gefühl für die Spinalganglionstimulation bekommen, wird im ersten Schritt eine Testphase durchgeführt. Es erfolgt ein kleiner chirurgischer Eingriff, um die Elektroden am Spinalganglion einzusetzen. Verbunden mit einem externen Impulsgeber, spüren Probanden so die Schmerzumwandlung und können gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entscheiden, ob diese Therapieform infrage kommt. Der Versuch erstreckt sich dabei über circa 1-2 Wochen und der Nutzer kann während dieser Zeit das Krankenhaus verlassen.

„Nach der Testphase entscheidet der behandelnde Arzt mit dem Patienten, ob die Spinalgangliontherapie fortgesetzt wird und die eigentliche Implantation erfolgt“, sagt Dr. Schu. Das eingesetzte Impulsgerät wird dann unter der Haut durch Elektroden mit denen, die bereits am Spinalganglion platziert sind, verbunden. Die dritte Komponente, ein tragbares Programmiergerät, dient als externe Fernbedienung und ermöglicht Anwendern Regulierungen der Impulsstärken und -bereiche sowie Ein- und Ausschalten des Stimulators. „In der Regel spüren Träger den Stimulator zwar unter der Haut, sichtbar für Außenstehende ist das kleine Gerät jedoch nicht“, sagt Dr. Schu abschließend.

 

Über St. Jude Medical

St. Jude Medical ist ein weltweit tätiger Hersteller von medizinischen Geräten, der es sich zum Ziel gesetzt hat, bei der Behandlung einiger der teuersten Volkskrankheiten der Welt neue Wege zu gehen. Dazu entwickelt das Unternehmen kosteneffiziente medizinische Technologien, die für Patienten in aller Welt lebensrettend sind und die Lebensqualität verbessern. Von seinem Hauptsitz in St. Paul, Minn. (USA) aus agiert St. Jude Medical in vier zentralen klinischen Bereichen: die Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Neuromodulation.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.info-chronische-schmerzen.de und www.sjm.de.

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