Gesundheit aus dem Internet: Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen

Gesundheit aus dem Internet: Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen

14.12.2017

Ratgeber: Gesundheit aus dem Internet: Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen

Das Internet ist auch ist probater Helfer im Internet. Allerdings mit zahlreichen Nebenwirkungen. fotolia.com © Rawf8

Im Internet tummeln sich zahlreiche Portale, die mit medizinischen Informationen aufwarten. Mal als Privatforum von Betroffenen für Betroffene, mal als Ratgeber und auch als Option, die bisher als sicher geglaubte medizinische Bastionen bedrängt. Doch wie bei jeder Medizin gilt auch hier: Zu jeder positiven Wirkung kommen auch teils harsche Nebenwirkungen. Der folgende Artikel übernimmt die Rolle der Packungsbeilage und verrät, was es zu wissen und zu beachten gibt.

1) Die medizinischen Optionen des heutigen Netzes

Im Internet gibt es praktisch alles. Aus diesem Grund hat sich mittlerweile auch auf medizinischem Gebiet eine breitgefächerte Dienstleistungspalette etabliert, von der Patienten direkt profitieren.

Generelle Informationsseiten

Die vielleicht grundlegendste Variante sind medizinische Informationsseiten. Den meisten gemein ist, dass sie nach einem simplen A-Z-Schema aufgebaut sind. Manche Seiten beschäftigen sich nur mit spezifischen Bereichen, etwa Zahnerkrankungen oder Rückenleiden, andere hingegen sind sehr breit aufgestellt, geben nicht nur Überblicke über Krankheiten und Symptome, sondern auch Informationen zu Heilungsmöglichkeiten. Solche Seiten haben schon den Charakter von Enzyklopädien, allerdings mit dem Unterschied, dass sie den Inhalt für Laien verständlich aufbereiten.

 

Informationen zu allen möglichen Krankheiten gibt es im Internet zuhauf. Vorteil: Mehr Wissen für eine breitere Bevölkerungsschicht. fotolia.com © relif

 

Ebenfalls in diese Riege gehört auch unsere Seite, denn schließlich finden sich auch hier Erklärungen zu speziellen medizinischen Themen, etwa Sportverletzungen an den Händen. Zusammen ermöglichen solche Web-Auftritte es jedem Benutzer, sich umfangreich zu informieren.

Symptome

Des Weiteren gibt es auch Portale, die sich spezifisch der Antwort auf Symptome verschrieben haben. Die Vorgehensweise funktioniert so, dass Suchende ihre spezifischen Leiden eingeben können, das Portal gibt anschließend Hinweise darauf, welche Krankheitsbilder dahinterstecken können – oft verwischen hier die Unterschiede zu reinen Informationsseiten. Allerdings sind gerade solche Webpräsenzen, wie noch zu lesen sein wird, eine recht problematische Institution, wenn sie von Laien verwendet werden.

Austausch Betroffener

Nahezu jede Krankheit, die sich nicht durch Bettruhe kurieren lässt, sorgt für den Wunsch, sich mit anderen darüber auszutauschen. Hier brilliert das Internet vorbildlich. Denn was ehedem nur in oft weit entfernten Selbsthilfegruppen möglich war und Patienten mit seltenen Erkrankungen auch ganz außen vorließ, funktioniert via Internet, meist in Form privat betriebener Foren, von zuhause. Folgende Kurzliste soll dabei vor allem aufzeigen, wie vielfältig die Bandbreite ist:

Gerade das deutschsprachige Internet ist sehr gut aufgestellt; Webseiten, die auf .de enden, sind die zweit-zahlreichsten im Web. Tatsächlich gibt es so praktisch kein Leiden, zu dem sich deutschsprachige Betroffene nicht austauschen könnten.

 

Diätprogramme

Gewichtsreduktionsthemen sind nach wie vor stark nachgefragt. Allein Google zeigt zum Suchbegriff „Diät“ rund 28 Millionen deutschsprachige Ergebnisse an, darunter Ratgeber, Foren und Kochtipps. Allerdings muss hier unterschieden werden. Die Abnehm-Thematik hat eine scharfe Trennlinie zwischen medizinischer Hilfe und Lifestyle-Ratgebern.

Apotheken und ähnliche Vertriebe

Bis zum Jahr 2003 gab es in der Bundesrepublik nur eine Möglichkeit, an apothekenpflichtige Medikamente zu gelangen, nämlich vor Ort in einer Apotheke; Versandhandel war untersagt. Seit dem 1. Januar 2004 ist das zwar anders, allerdings unterliegt die gesamte Thematik von Land zu Land unterschiedlich gehandhabtem EU-Recht.

 

Die Liberalisierung des Online-Medikamentenhandels führte vor allem zu Kostenersparnissen durch Aufbrechen von Monopolen. fotolia.com © Kzenon

 

Hinzu kommt, dass auch Händler versenden, die nicht direkt in den Medikamentenverkauf involviert sind, sondern andere medizinische Waren, etwa das klassische Repertoire eines Sanitätshauses, abdecken. Für Patienten ist beides ein Vorteil, denn mit der ebenfalls weggefallenen Preisbindungspflicht für Medikamente können sie nun aus einer sehr großen Bandbreite an Anbietern wählen, die im Vergleich zur vor-Ort-Apotheke oftmals günstiger sind. Preisnachlässe von bis zu 80 Prozent sind hier möglich und gerade für Dauerpatienten eine große finanzielle Entlastung. Zusätzliche Serviceleistungen wie ein Aboservice für chronische Patienten sind oftmals ebenfalls machbar. Viele Portale bieten zudem eine fachkundige Beratung an.

Apps

Mit der steigenden Verbreitung von „smarten“ Handys seit der Jahrtausendwende gelangten auch medizinische Programme (kurz: Apps) für diese auf den Markt. Dabei ist die Bandbreite weit gesteckt, sie reicht von Apps, die an die Medikamenteneinnahme erinnern, geht über Programme, welche die Handy-eigene Sensorik zur Schlafüberwachung oder Diät-Unterstützung nutzen und endet bei Anwendungen, die als Notfall-Helfer fungieren, indem sie beispielsweise Schritt für Schritt zeigen, welche Handgriffe man bei einer ohnmächtigen Person durchführen muss. Fachleute vermuten, dass in den App-Shops derzeit jeden Monat tausend neue medizinische Programme hinzukommen.

Tatsächlich sind gerade letztgenannte Notfall-Apps so erfolgreich, dass aus den Reihen der Feuerwehren und Rettungssanitäter die Stimmen immer lauter werden, die fordern, dass solche bei jedem Handy vorinstalliert sein sollten. Auch in der Hautkrebsdiagnose werden Smartphones mit der passenden Erweiterung und Spezialsoftware inzwischen eingesetzt.

Heilung und Nachsorge

Der letzte Punkt ist weniger auf typisch medizinische Anwendungen beschränkt, sondern diese profitieren eher davon. Denn zur Natur des Webs gehört es, dass darin auch unbeschränkt in Bild und Ton kommuniziert werden kann. So gibt es schon heute viele Mediziner, die virtuelle Sprechstunden anbieten, Informationsvideos produzieren oder es Patienten ermöglichen, auf die persönliche Anreise etwa für einen Verbandswechsel zu verzichten.

 

2) Die positiven Chancen der Web-Gesundheit

Einzelpersonen mögen zum Internet an und für sich und auch dessen medizinischer Bedeutung geteilter Meinung sein. Allerdings haben die bislang vorgestellten Optionen definitiv ihre nicht von der Hand zu weisenden Vorteile und Chancen.

 

Nicht jedes medizinische Problem bedarf vor-Ort-Klärung. Hier hilft das Internet somit sowohl Patienten wie Ärzten. fotolia.com © Africa Studio

 

Umfangreicheres Wissen

Für lange Jahre war Medizin eine Thematik, die umfangreiche, langjährige Studien voraussetzte. Was es an Medien gab, war in der Regel auch sprachlich auf eine fachmännische Klientel zugeschnitten und dementsprechend für Laien oft nicht zu durchdringen – mit einer der Gründe für das Klischee der „Halbgötter in Weiß“.

Das Internet räumt mit seiner basisdemokratischen Informationspolitik hier rigoros auf. Jegliches medizinisches Wissen ist nun auch für Laien verständlich aufbereitet verfügbar. Ein großer Nutzen, weil dadurch mit vielen Mythen und Halbwissen aufgeräumt werden kann. Zudem auch deshalb, weil das Wissen auf Patientenseite viel umfangreicher wird und somit das Ignorieren von Symptomen sinkt.

Entlastung der Mediziner

Es dürfte bekannt sein, dass gerade in ländlichen Gebieten die Zahlen der Allgemeinmediziner drängend gering sind. So drängend, dass etwa Baden-Württemberg eine Initiative ins Leben rief, um Medizinstudenten aufs Land zu locken. Auch hier kann das Internet Abhilfe schaffen:

  • Durch die Wissens-Aufbereitung reduziert sich die Zahl derjenigen, die einen Arzt nur wegen geringfügiger Krankheiten konsultieren.
  • Die Möglichkeit der Videokommunikation macht den Terminkalender für dringendere Fälle frei und beschleunigt generell die Übertragung relevanter Daten, etwa für Laborergebnisse.
  • Die in Apps gesammelten Daten erlauben eine lückenlose Historie und somit präzisere, schnellere Diagnose und Heilung.

Zusammen ergibt das für Mediziner die Möglichkeit, sich weitaus besser auf ihre Patienten zu fokussieren, ohne dass dadurch an anderer Stelle Nachteile entstünden.

Reduzierter Druck auf Kassen

Obwohl die deutschen Pflichtversicherer über Rücklagen in zweistelliger Milliardenhöhe verfügen, hat das System ein inhärentes Problem: Vor allem bei chronisch Kranken fielen im bisherigen Apothekensystem hohe Kosten für die Medikation an. Die erwähnten Online-Apotheken reduzieren den finanziellen Druck zumindest teilweise.

 

Wenn medizinisches Wissen sofort erforderlich ist, sind Schnelligkeit und Omnipräsenz des Internets oftmals sogar lebensrettend. fotolia.com © spkphotostock

 

Allerdings ist das noch nicht alles. Durch die elektronischen Möglichkeiten zur Diätetik, zu verbesserter Bewegung und einer insgesamt gesünderen Lebensweise hilft das Internet, die Zahlen derer, die überhaupt erkranken, geringer zu halten. Ein Mensch, der beispielsweise eine App installiert hat, die ihn (durch Daten des Handy-Bewegungssensors) daran erinnert, dass er sich heute noch nicht ausreichend bewegt hat, wird ein insgesamt größeres Bewegungspensum absolvieren – mit allen muskulären, skelettalen und kardiovaskulären Vorteilen, die sich daraus ergeben.

Soforthilfe bei großen und kleinen Problemen

Was tun, bei einem Schnitt in den Finger? Hochhalten oder Draufdrücken? Wie verhält man sich, wenn man in einen rostigen Nagel getreten ist? Laien können jederzeit Zeuge oder Opfer eines medizinischen Problems werden. Genau an diesem Punkt wird das Internet zum Helfer. Nicht nur wegen der erwähnten Notfälle im Stile von Infarkten oder Ähnlichem, sondern auch bei alltäglichen und weniger alltäglichen Verletzungen.

Es liefert Informationen, wo Mediziner vielleicht weit entfernt sind. Es ermöglicht richtiges Verhalten, wo es auf schnelle Reaktion ankommt und Wissen, das nach einem Führerschein-Ersthilfekursus vielleicht schon seit Jahren verblasst ist. In diesem Sinne wird das Internet durch seine Rolle als „großer Erklärer“ zum Ersthelfer-Helfer.

Psychologische Hilfe

In früheren Zeiten gab es sogenannte Sorgentelefone. Doch was, wenn einem einfach nicht danach ist, mit einem Menschen so direkt in Kontakt zu treten und über seine psychologischen Probleme zu sprechen?

Dadurch, dass im Internet vieles auf einer durch Spitznamen und schriftlichen Kontakt hochanonymisierten Ebene abläuft, wird die Hemmschwelle für Menschen mit psychologischen Problemen gesenkt. Tatsächlich kann hier dem Internet durchaus auch eine positive Beteiligung an den, im langjährigen Vergleich fast halbierten Suizidfällen in Deutschland zugesprochen werden.

 

fotolia.com © Africa Studio

 

Verbessertes Körpergefühl

Nicht zuletzt sorgt die Informationsflut des Internets auch bei vielen für ein gesteigertes Körpergefühl in allen Facetten: Das Bewusstsein für gesunde Ernährung wird ebenso erhöht wie für Bewegung und letztlich auch die Bedeutung von Symptomen. Es ist in diesem Sinne nicht übertrieben, vom Internet als einem ganzheitlichen Verbesserungsansatz zu sprechen, der vielen Menschen ein gesünderes Leben ermöglicht, ohne dass diese dazu große Anstrengungen unternehmen müssten.

 

3) Die Risiken und Nebenwirkungen

Allerdings können die genannten Vorteile eines nicht verhehlen: Das Internet sorgt im medizinischen Bereich auch für einen Katalog unerwünschter Nebenwirkungen, davon können viele Mediziner bereits ein Lied singen.

Das krank-Googeln

Das dabei größte Problem ist so präsent, dass die Internetgemeinschaft daraus bereits einen Witz gemacht hat: „Juckende Stelle am Bein, Symptome gegoogelt, Krebs“. Was humorig klingen soll, ist jedoch Ausdruck eines zweigeteilten Problems:

  • 1. Die Informationsflut ist nicht selektiv. Betroffene bekommen so naturgemäß auch schlimmere Auswirkungen als Ergebnis präsentiert, sodass dabei, ganz menschlich, auch bei geringfügigen Symptomen immer vom Schlimmsten ausgegangen wird.
  • 2. Es gibt keine regulierende, abmildernde Instanz. Das Internet ist 24/7 privat verfügbar. Was in einem Googeln von Symptomen begann, wird so zu einem Schneeball.

Die Folge ist so gravierend, dass die Medizin mittlerweile von Cyberchondrie spricht. Einer Hypochondrie, die explizit durch medizinische Web-Informationen ausgelöst oder verstärkt wird.

Das Besserwisser-Syndrom

Eine weitere Auswirkung ist die Neigung mancher Patienten, dem Internet und seinen Diagnosen oder Heilungsansätzen mehr Glauben zu schenken, als ausgebildeten Medizinern. Kaum ein Hausarzt, der noch nicht die Worte hörte: „…im Internet habe ich aber was anderes gelesen“.

 

Das Web kennt vielfach nur Extreme. Krankheiten zu googeln liefert daher oft stark-übertriebene oder trügerisch-sichere Diagnosen. fotolia.com © olly

 

Tatsächlich kann dieses Besserwisser-Syndrom auch die medizinische Arbeit erschweren oder gar Heilungschancen schmälern. Grund ist einmal mehr die nicht-selektive Art des Internets, welche die oft singulären Tatsachen von Patienten außeracht lässt, diese aber Glauben macht, die postulierten Antworten seien allgemeingültig.

Kontrollverlust der Instanzen

Kopfschmerztabletten aus den Niederlanden, Gehhilfen aus China, Naturheilmittel aus Südamerika. Was früher in der Hand staatlich kontrollierter Instanzen lag, ist mit Hilfe des Internets vom ganzen Globus verfügbar. Immer wieder kommen gefälschte Medikamente auch hierzulande in Umlauf. Nicht der erste und sicher nicht der letzte Fall, denn auch dem medizinischen Web fehlen Kontrollinstanzen.

Fehldiagnostik

Was im ersten Absatz dieses Kapitels noch zu einer übertriebenen Diagnose führte, ist natürlich auch umgekehrt ein Problem: Das Googeln von Symptomen mit einer anschließenden falschen Beruhigung. Im Extremfall ersetzt das Internet dann ganz den Arztbesuch, mit entsprechend verschlechterten Heilungschancen, wenn die tatsächliche Ursache nicht behandelt wird.

Mangelnde Kontrolle

Wer garantiert, dass die Diät-App einem wirklich ausgewogene Mahlzeiten zusammenstellt? Sitzt hinter der Diagnose-Webseite ein Mediziner oder ein Redakteur? Und wer kontrolliert, ob in Psychologie-Foren tatsächlich gute Ratschläge gegeben werden und nicht etwa jemand noch tiefer in seine Probleme getrieben wird?

Die Antworten auf all diese Fragen sind niederschmetternd: Denn nicht nur im Handel, sondern an praktisch jedem Punkt fehlen dem Internet die Qualitätskontrollen, die dafür sorgen, dass nur seriöse Seiten über etwas so wichtiges wie Medizin informieren.

Einseitigkeit

Ebenfalls nicht unbeachtet bleiben darf, dass im Zuge der oft privaten Interessen von Seiten und Apps nicht mit der gleichen Neutralität informiert wird, die einem Mediziner innewohnt. Realistisch gesehen ist es für Laien sehr schwer, zu erkennen, wer hinter einem Medium steckt. Es kann ein neutraler Fachmann sein, der wirklich Heilung im Sinn hat. Ebenso gut kann auch ein Konzern dahinterstecken, der seine Produkte verkaufen will.

Werbung und Scharlatanerie

Und gerade bezeichnende Konzerne sind oft ein Problem. Denn im Web ergibt sich eben nicht nur die Möglichkeit, Lobby-Arbeit wie bei Medizinern zu betreiben, sondern direkt an die Quelle zu gehen.

Dabei ist oftmals nicht einmal böse Absicht dahinter, denn jeder Versicherer informiert auf seinen Seiten über Vorsorge, Heilung usw. Aber es stehen dahinter eben oft marktwirtschaftliche und nicht primär heilende Interessen.

Ferner ist das Web natürlich auch Tummelplatz für echte Quacksalberei. Jeder kann eine seriös wirkende Webseite erstellen und darauf unseriöse Berichterstattung zum Schaden von Patienten betreiben. Und weil es bei im Ausland gehosteten Seiten auch keine Impressumspflicht gibt, kann man solchen Scharlatanen selten das Handwerk legen.

 

4) Die wichtigsten Eckpunkte, um gut und schlecht zu unterscheiden

Es ist im Internet extrem schwer, gute von schlechten medizinischen Angeboten zu trennen. Das letzte Kapitel möchte aber genau dafür das passende Rüstzeug vermitteln.

Seriösen Inhalt erkennen

Der wichtigste Punkt ist, dass seriöser Inhalt seriös aussieht. Sofern es sich nicht um Privatforen handelt, gilt es vor allem, auf Rechtschreibung und generell professionelle Aufmachung der Seite zu achten. Allerdings ist das nur ein Hinweis, der für sich allein genommen noch keine seriöse Webpräsenz ausmacht. Als Handlungstipp kann man sich hier merken, dass seriöse Internet-Informationen oft aus folgenden Quellen stammen (Impressum beachten):

  • Mediziner und Kliniken
  • Versicherer
  • (teilweise) Medikamentenhersteller
  • Apotheken
  • Universitäten bzw. medizinischen Fakultäten und ferner Professoren, Dozenten usw.
  • Staatliche Organe (Bundesgesundheitsministerium, Innenministerium etc.)

 

Das Webseiten-Impressum ist der Seriositäts-Schlüssel: Steht dort ein Dr.Med, ein Klinikum oder ein Versicherer, darf von vertrauenwürdigem Inhalt ausgegangen werden. fotolia.com © Auremar

 

Vorsicht Abo-Falle

Der nächste Blick muss den Informationen gelten. Größte Vorsicht ist in diesem Fall dann geboten, wenn diese sich hinter kostenpflichtigen Barrieren verbergen – kein primär der Heilung verpflichtetes Web-Organ würde seine Informationen nur gegen Zahlung herausgeben.

Sofern es um kostenpflichtige Abonnements geht, sind diese deshalb ein Ausschlusskriterium, einer solchen Seite sollte man nicht vertrauen.

Wachsamkeit bei Markennamen

Eine gewisse Vorsicht ist zudem bei der häufigen Erwähnung einzelner Markennamen angebracht. Dabei muss man aber unterscheiden können. Wenn etwa ein großer Pharmakonzern auf seiner Webseite über medizinische Themen informiert, ist klar offensichtlich, dass dahinter immer gewisse wirtschaftliche Interessen stehen.

Wirklich problematisch wird es jedoch, wenn eine eigentlich neutral aufgemachte Seite häufig die Namen bestimmter Medikamente einbaut. Dann kann zumindest davon ausgegangen werden, dass hier Werbung betrieben wird. Der Wert der Informationen muss dann anhand der restlichen Hinweise ermittelt werden.

Tendenz der Seiten

Ein letztes Indiz ist die generelle Ausrichtung der Seite. Bewegt man sich beispielsweise auf einem klar naturmedizinischen Portal, muss klar sein, dass hier die Informationen ebenso in Richtung Alternativmedizin gehen, wie sie umgekehrt auf einem anderen Portal in Richtung Schulmedizin tendieren können.

Der Schlüssel dazu ist, sich nicht nur auf einen bestimmten Artikel zu konzentrieren, sondern sich die Startseite, die Kategorien und auch andere Texte anzusehen. Insbesondere wenn sie nichts mit der Thematik zu tun haben, wegen der man eigentlich auf das Portal gelangte.

All diese Maßnahmen sind zwar kein hundertprozentiger Schutz, aber sehr zuverlässig. Generell sollte jedoch immer gelten, dass das Web nur als Ergänzung gesehen werden sollte, niemals jedoch als Ersatz für einen notwendigen Arztbesuch.

 

Zusammenfassung und Fazit

Das Internet und die Digitalisierung können durchaus dazu beitragen, dass Patienten von Diagnose bis Nachsorge besser informiert und behandelt werden. Doch das große Risiko besteht in der Fülle der Anbieter und der mangelhaften Kontrolle. Doch solange man auch online immer beherzigt „…fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“, kann man tatsächlich das Beste aus diesem großen Feld herausziehen.

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