Besser leben nach dem Herzinfarkt - Ein angepasster Lebensstil und neue Therapieoptionen erleichtern die Nachsorge

Besser leben nach dem Herzinfarkt - Ein angepasster Lebensstil und neue Therapieoptionen erleichtern die Nachsorge

10.09.2015

Ratgeber: Besser leben nach dem Herzinfarkt

Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Faktor, um einen Infarkt zu vermeiden. Foto: djd/Petersen&Partner/istockphotos.com/kzenon

Diagnose Herzinfarkt: Für Patienten ist das fast immer ein Schock. Dank der guten medizinischen Versorgung muss die Erkrankung jedoch glücklicherweise kein Todesurteil mehr sein. Die Mehrzahl der Betroffenen überlebt heute. Allerdings gehören sie weiterhin zu den Hochrisikopatienten. Um die Gefahr eines erneuten Infarkts zu senken, sind sie ein Leben lang auf Tabletten angewiesen. Blutverdünner, Cholesterin- und Blutdrucksenker - schnell sind es drei oder mehr täglich.

Eine Polypille statt vieler verschiedener Tabletten

Das Problematische daran erläutert Prof. Dr. med. Peter Baumgart, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I am Clemenshospital Münster: "Je mehr Medikamente verordnet werden, desto weniger befolgen die Patienten die entsprechenden Therapievorgaben, da sie häufig überfordert sind." Mittlerweile gibt es sogenannte Polypillenkonzepte, die mehrere Wirkstoffe in nur einer Tablette oder Kapsel vereinen.

Die regelmäßige konsequente Einnahme kann sich dadurch signifikant verbessern. Verschiedene Studien bestätigen, dass sich die Therapietreue der Patienten steigert. Ein weiterer Nutzen ist, dass der Patient weniger Tabletten einnehmen muss und sich dadurch häufig weniger krank fühlt. Unter www.polypille.de gibt es weitere Informationen.

Bewusst ernähren, reichlich bewegen

Zusätzlich sind weitere Maßnahmen für die Herzgesundheit erforderlich, nämlich eine Anpassung des gesamten Lebensstils. Dazu gehört zum einen eine kalorienbewusste, cholesterinarme Ernährung mit wenig tierischen Fetten, Süßigkeiten, Eiern und Salz, aber dafür mit viel Obst und Gemüse, Fisch und wertvollen Pflanzenölen. Zum anderen ist ausreichend Bewegung wichtig - drei- bis viermal die Woche sollte man für 30 Minuten aktiv werden.

Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Laufen, Walken, Radfahren oder zügiges Spazierengehen. Höchstbelastungen gilt es aber zu vermeiden. Auch betreute Herzsportgruppen, bei denen ein Arzt anwesend ist, können sinnvoll sein. Positiver Nebeneffekt: Sport hilft, schädliches Übergewicht abzubauen.

Schluss mit schlechten Angewohnheiten

Neben Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung können noch weitere Aspekte das Herzinfarkt-Risiko erhöhen. Diese sollte man konsequent meiden. So ist Rauchen schädlich für die Durchblutung und die Gefäße - darum weg mit dem Glimmstängel. Stress belastet das Herz ebenfalls. Für Ausgleich können Yoga, Meditation, autogenes Training und ausreichend Ruhe sorgen. In puncto Alkohol heißt es: Ab und zu ein Glas Wein ist in Ordnung, ein hoher Konsum hingegen ist gefährlich.

Übrigens: Am 29.09.2015 ist Welt-Herz-Tag - ein Grund mehr, auf seine Herzgesundheit zu achten.

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