Arbeitnehmergesundheit – das sollten Arbeitnehmer und –geber wissen

Arbeitnehmergesundheit – das sollten Arbeitnehmer und –geber wissen

30.11.2017

Ratgeber: Arbeitnehmergesundheit – das sollten Arbeitnehmer und –geber wissen

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Arbeitnehmer verbringen den Großteil ihrer Zeit am Arbeitsplatz. Dort gilt es, permanent Leistungen zu erbringen, um den Erfolg eines Unternehmens zu garantieren. Ein gleichbleibendes Pensum ist jedoch nur möglich, wenn ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld vorhanden ist. Schließlich können nur gesunde Mitarbeiter einhundert Prozent bei der Ausübung ihrer Tätigkeit geben. Welche Krankheiten am häufigsten in Unternehmen auftreten und welche Vorkehrungen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer treffen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Krankheitsbedingte Fehltage steigen

Bereits 2015 zeichnete sich der höchste Krankheitsstand der letzten 16 Jahre ab, so der Gesundheitsreport 2016 der DAK. Gründe dafür können neben Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder arbeitsbedingten Erkrankungen unter anderem eine unausgewogene Work-Life-Balance, häufig auftretende Grippewellen oder große Unsicherheit durch ein befristetes Arbeitsverhältnis sein.

Immer mehr Angestellte gehen trotz Unwohlsein oder Schmerzen auch weiterhin auf die Arbeit, weil sie Angst haben, dass sie sonst langfristig gesehen ihren Job verlieren könnten. Dadurch werden Krankheiten jedoch verschleppt und können schlimmstenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausbrechen – meist mit einem schlimmeren Krankheitsverlauf.

 

 

Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein wichtiges Thema

Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport 2017 der BARMER deutlich. Im Rahmen der Studie wurden die häufigsten Krankheiten zusammengestellt, die für eine Arbeitsunfähigkeit sorgen:

  • Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems: 22,3 Prozent
  • Psychische Probleme: 19,0 Prozent
  • Verletzungen: 11,9 Prozent
  • Erkrankungen am Atmungssystem: 13,7 Prozent
  • Verdauungsprobleme: 5,2 Prozent
  • Kreislaufprobleme: 4,5 Prozent
  • Neubildungen: 4,8 Prozent
  • Sonstiges: 18,6 Prozent

 

Einfluss auf das Krankheitsbild bzw. die Gesundheit eines Angestellten nimmt maßgeblich das vorherrschende Umfeld. Berufstätige mit Familie und Kindern erreichen eine höhere Lebenszufriedenheit, wobei gleichzeitig mehr Ängste aufseiten der Arbeitnehmer vorhanden sind, wenn sie sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden. Finanzielle Sorgen beeinflussen die Psyche und können langfristig zu Schäden an Körper und Geist führen.

Was Arbeitgeber tun können

Unternehmen haben in der Regel ein großes Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter gesund und somit leistungsfähig sind. Dennoch fördern noch immer viel zu wenig Firmen die Gesundheit ihrer Angestellten durch eine betriebliche Gesundheitsförderung. Dabei kann man diese steuerlich absetzen: Im Rahmen der Mitarbeitergesundheit haben Unternehmen die Möglichkeit, bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr zu investieren.

Der Betrag sowie der Verwendungszweck müssen lediglich in ein geeignetes Lohnabrechnungsprogramm eingepflegt und später in der Steuererklärung abgerechnet werden. Der befürchtete erhöhte bürokratische Aufwand bleibt ebenfalls verschwindend gering. Außerdem liegen die Vorteile für beide Seiten klar auf der Hand:

 

 

Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeitergesundheit:

  • Gerade bei Bürotätigkeiten steigen die Zahlen derer, die unter Rückenschmerzen und Haltungsschäden leiden. Dafür verantwortlich sind neben einer falschen Sitzposition oder –höhe vor allem schlecht ausgestattete Arbeitsplätze. Abhilfe können Unternehmen durch ergonomische Schreibtische und Stühle schaffen. Diese lassen sich den Bedürfnissen der Angestellten anpassen, wodurch die Belastungen an den Schultern und am Rücken deutlich gemildert werden. Dasselbe gilt im Übrigen auch für Tastaturen und Computermäuse. Diese gibt es ebenfalls mit ergonomischer Ausstattung.
  • Eine eigene Kantine sorgt dafür, dass Mitarbeiter weniger ungesunde Lebensmittel zu sich nehmen. Unternehmen sollten daher darauf achten, dass ausgewogene und gesunde Mahlzeiten angeboten werden.
  • Viele berufliche Tätigkeiten sind mit einem hohen Maß an Stress verbunden. Kurse zur Stressbewältigung können den Angestellten dabei helfen, mit solchen Situationen besser umzugehen, Dadurch verhindern Firmen das Risiko für Burn-Out.
  • Ideal zur Gesundheitsförderung sind außerdem Präventionsprogramme wie Sport- oder Entspannungskurse. Diese verhelfen den Mitarbeitern zu mehr Bewegung im Alltag.


Arbeitnehmer müssen ebenfalls ihren Beitrag leisten

Selbstverständlich sind nicht nur die Arbeitgeber für eine gesundheitsfördernde Umgebung zuständig. Mitarbeiter können selbst Maßnahmen ergreifen, um nicht krank zu werden:

  • Viele Arbeitnehmer besuchen vor oder nach der Arbeit ein Fitnessstudio, um einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit zu schaffen. Theoretisch besteht die Möglichkeit, die Kosten über den Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung abzurechnen. Es gilt jedoch zu bedenken, dass Sport- oder Präventionskurse den gesetzlichen Rahmenverbindungen entsprechen müssen. Ist dies gegeben, muss man lediglich eine Quittungsvorlage ausfüllen und diesem beim Arbeitgeber einreichen.
  • Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, bekommt wenig Bewegung. Das kann im Laufe der Zeit zu Rückenproblemen, Thrombose oder anderen körperlichen Beschwerden führen. Experten empfehlen daher, kleine Übungen in den Alltag zu integrieren. Es reicht, wenn Angestellte in regelmäßigen Abständen aufstehen, sich strecken und ein paar Schritte gehen. Ebenso hilfreich kann ein Stehtisch sein.
  • Oft kommt es bei einer Bürotätigkeit zu Mangelerscheinungen. Dies betrifft oftmals Vitamine und Spurenelemente. Eine ausgewogene Ernährung ist daher das A und O, um gesund zu bleiben – gerade in den kalten Wintermonaten, wenn sich die Sonne selten zeigt. Ein Smoothie aus Obst und Gemüse am Morgen kann beispielsweise ein guter Anfang sein. Gesunde und leckere Rezepte gibt es unter anderem hier.

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