Kein Mut zur Lücke - Faserring-Versiegelung minimiert Rückfallquote bei Bandscheibenpatienten

Kein Mut zur Lücke - Faserring-Versiegelung minimiert Rückfallquote bei Bandscheibenpatienten

13.05.2015

Aktuelles: Kein Mut zur Lücke - Faserring-Versiegelung minimiert Rückfallquote

Bildquelle: Praxisklinik Dr Schneiderhan & Kollegen Prof Rainov

Tritt ein Bandscheibenvorfall auf, lässt sich die Ursache für Schmerzen - je nach Art und Ausprägung - in manchen Fällen nur mit einer Operation beheben. "Dabei entfernen wir das auf Nerven drückende Gewebe, das durch ein Loch im Schutzring der Bandscheiben in den Spinalkanal drängt", erklärt Dr. Reinhard  Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

"Viele Patienten leiden jedoch aufgrund des Defekts im sogenannten Faserring auch nach dem Eingriff schnell unter erneuten Problemen, einem Rezidivvorfall." Um ein Wiederaustreten des Bandscheibenkerns zu verhindern, arbeiten Experten daher mit einem neuartigen System, der sogenannten Barricaid-Prothese. Mit ihrer Hilfe lässt sich das Loch mechanisch verschließen.

Risikopatienten besser helfen

Bei dem Faserring handelt es sich um widerstandsfähiges Gewebe, das den Bandscheibenkern umgibt und aus zehn bis zwölf gegenläufig angeordneten Schichten besteht. Aufgrund von Alterungsprozessen oder äußeren Einflüssen kommt es hier häufigzu kleinen Rissen, die sich bei Fehlbelastungen zusätzlich erweitern. Drückt das Bandscheibeninnere zu stark auf die geschwächte Stelle, entsteht ein Loch, aus dem das Gewebe in den Wirbelkanal dringt, und ein Bandscheibenvorfall entsteht.

"Wenn erst einmal eine Öffnung im Faserring vorhanden ist, birgt diese - selbst nach bereits operativ behobenen Bandscheibenvorfällen - die Gefahr für erneute Beschwerden", weiß Prof. Dr. Dr. Nikolai G. Rainov, Facharzt für Neurochirurgie und spezielle neurochirurgische Schmerztherapie im MVZ Wirbelsäulenzentrum von Dr. Schneiderhan. "Um wiederkehrende Vorfälle zu verhindern, lässt sich bei Patienten mit einer noch ausreichenden Bandscheibenhöhe der Faserring mithilfe der Barricaid-Prothese versiegeln."

Defekt am Faserring reparieren

Für die Versiegelung benötigen Patienten keine eigenständige Operation: "Wir führen den Eingriff dann durch, wenn ohnehin eine operative Entfernung des ausgetretenen Bandscheibengewebes notwendig ist", betont Prof. Rainov. "Sobald wir den Spinalkanal von störenden Strukturen befreit haben, setzen wir ein spezielles Implantat in den Faserring ein und versiegeln so das aufgetretene Loch mechanisch."

Bestehend aus Kunststoffgewebe und einem Titananker, der Implantat und Wirbel fest miteinander verbindet, hält die Barricaid-Prothese den Bandscheibenkern im Inneren sicher geschützt. In der Folge wird das Risiko für einen erneuten Vorfall um das Drei- bis Vierfache im Vergleich zu Eingriffen ohne Barricaid-Prothese reduziert.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com.

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