Erweiterte Zulassung für BOTOX® bei Spastik nach Schlaganfall

Erweiterte Zulassung für BOTOX® bei Spastik nach Schlaganfall

22.05.2014

Aktuelle News: Erweiterte Zulassung für BOTOX® bei Spastik nach Schlaganfall

Das Medikament BOTOX® kann ab sofort zur Behandlung einer Spastik des Fußgelenks bei erwachsenen Schlaganfallpatienten eingesetzt werden.¹ Spastische Muskeln sind dauerhaft angespannt, was zu einer unnatürlichen Haltung betroffener Gliedmaßen führt. Dadurch können viele Alltagsaktivitäten einschränkt sein², wie zum Beispiel das An‐ und Ausziehen, Essen, der Gang zur Toilette oder Baden. Betroffene sind wegen einer Spastik daher häufig von der Hilfe anderer abhängig. Das Botulinumtoxin des Herstellers Allergan kann dazu beitragen, deren Muskulatur wieder zu entspannen.³ Mit der neuen Zulassung wird das Behandlungsspektrum des Medikaments um einen wichtigen Bereich erweitert. Es wird bereits seit mehr als zehn Jahren bei Schlaganfallpatienten mit Spastik im Bereich der Hand eingesetzt.⁴

„Dies ist einer der wichtigsten Fortschritte, die seit Jahren im Bereich der schlaganfallbedingten Spastik erzielt wurden“, urteilt Professor Dr. Jörg Wissel, Facharzt für Neurologie sowie Rehabilitationswesen und Chefarzt am Vivantes Klinikum Spandau. „Eine Behandlung mit BOTOX® kann bei Schlaganfallpatienten mit Spastik im unteren Beinbereich den Muskeltonus signifikant verbessern. Hierdurch kann die Funktion des Fußgelenks sich soweit verbessern, dass erheblich mehr Mobilität und eine Reduktion der Schmerzen erreicht werden. Auch Patienten, die schon seit vielen Jahren an diesem Krankheitsbild leiden, können in hohem Maße profitieren.“

Professor Dr. Wolfgang Jost, Chefarzt der Neurologie in Wolfach und Leiter der Botulinumtoxin‐Ambulanz der Uniklinik Freiburg, erläutert: „Wir können Schlaganfall‐Patienten bzw. deren Angehörige nur ermutigen, den behandelnden Arzt nach allen verfügbaren Behandlungsoptionen zu fragen, sobald sich Anzeichen einer dauerhaften Muskelverkrampfung zeigen. Keinesfalls sollte eine Spastik als zu akzeptierende Folge des Schlaganfalls einfach hingenommen werden. Hingegen kann eine frühzeitige Anwendung von BOTOX® für Schlaganfallpatienten, deren Bewegungs‐ und Gehfähigkeit beeinträchtigt ist, bedeutende Vorteile bringen. Im Vordergrund steht dabei die muskelentspannende Wirkung, durch die Fehlhaltung, Bewegungseinschränkung und Schmerzen gemindert und die betroffene Extremität für begleitende Maßnahmen wie die Physiotherapie besser zugänglich gemacht werden kann.“

Etwa 196.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall.⁵ Dank moderner Medizin überleben ihn drei von vier Menschen.⁶ Durch den Sauerstoffmangel im Gehirn kann es jedoch zu bleibenden Störungen wie der Spastizität kommen. So entwickelt etwa ein Drittel der Überlebenden in der Folge eine Spastik, die Schmerzen und Einschränkungen bis hin zu einem Verlust der Unabhängigkeit im Alltag nach sich ziehen kann.⁷ ⁸ Dies kann Betroffene körperlich und seelisch belasten. Da bei der Mehrheit der Patienten, die nach einem Schlaganfall eine Spastik ausbilden, sowohl die Hand als auch der Fuß einer Körperseite betroffen sind,⁹ schließt sich durch die neue Zulassung von BOTOX® eine Lücke in der Behandlung dieses komplexen Krankheitsbildes. Die erweiterte Zulassung gilt dabei ausschließlich für das Botulinumtoxin von Allergan.

Informationen zu Schlaganfällen

Zu einem Schlaganfall kommt es, wenn die Blutzufuhr zu Teilen des Gehirns unterbrochen wird und Gehirnzellen durch die Unterversorgung mit Sauerstoff geschädigt werden oder absterben. Schlaganfälle beeinträchtigen den Patienten in unterschiedlicher Weise, je nachdem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist, wie ausgedehnt der Schaden ist und wie gesund die Person vor dem Schlaganfall war. Ein Schlaganfall kann mit verschiedenen Folgeerkrankungen einhergehen, wenn körperliche Funktionen und Denkprozesse nachhaltig geschädigt wurden.

Informationen zur Spastik

Bei der Spastik handelt es sich um ein neurologisches Krankheitsbild, das durch eine abnorme Erhöhung oder Hyperaktivität des Muskeltonus gekennzeichnet ist. Dieses Krankheitsbild bewirkt, dass die betroffenen Muskeln über längere Zeiträume dauerhaft kontrahiert sind (gebeugt oder verkürzt bleiben). Sie bleiben steif und angespannt und widersetzen sich dem normalen Dehnungsprozess, der im Rahmen einer Beanspruchung eintreten sollte.¹⁰ Die Symptome schwanken von einer leichten Steifigkeit bis hin zu schweren, unkontrollierbaren Muskelspasmen, die sehr schmerzhaft sein können, insbesondere wenn Gelenke in abnorme Positionen gezogen werden oder anderweitig der normale Bewegungsumfang verhindert wird. Unter anderem können folgende Symptome auftreten: Hypertonizität (erhöhter Grad der Muskelanspannung), Kloni (Serien schneller Muskelkontraktionen), übersteigerte Muskeleigenreflexe, Muskelspasmen, eine Beinschere (unwillkürliche Kreuzung der Beine) und unbewegliche Gelenke. Das Krankheitsbild kann sich störend auf Bewegungen, das Gleichgewicht, das Gehen und andere Aspekte der Mobilität auswirken und die Durchführung vieler Alltagsaktivitäten beeinträchtigen.² Unbehandelt kommt es in der betroffenen Muskulatur zu einer „Kontraktur“. Bei diesem Krankheitsbild sind die Muskeln und Sehnen dauerhaft verkürzt, was zu einer permanenten und häufig schmerzhaften abnormen Haltung führen kann.²

Über Allergan

Allergan ist ein in vielen Bereichen tätiges, vor mehr als 60 Jahren gegründetes Gesundheitsunternehmen, das bestrebt ist, innovative und bedeutende Verfahren zu entwickeln und zu fördern, damit Menschen sich selbst verwirklichen können. Das Unternehmen beschäftigt heute weltweit rund 11.400 höchst engagierte und talentierte Mitarbeiter, verfügt über globale Marketing und  Vertriebsstätten in mehr als 100 Ländern, über ein reichhaltiges und sich stetig weiter entwickelndes Angebot an Arzneimitteln, Biologika, Medizinprodukten und OTC‐Produkten sowie über modernste Ressourcen in Forschung & Entwicklung sowie Herstellung und Qualitätskontrolle, die Millionen Patienten helfen, besser zu sehen, sich freier zu bewegen und sich selbst verwirklichen zu können. Allergan ist stolz, auf mehr als 60 Jahre medizinischen Fortschrittes zurückzublicken und Patienten sowie Ärzte in der Behandlung von Krankheiten zu unterstützen. Ehemals ein reines Unternehmen für Augenpflegeprodukte, fokussiert Allergan heute über die Ophthalmologie hinaus auf weitere medizinische Bereiche wie Neurowissenschaften, Urologie und medizinische Ästhetik.

 

¹ Am 20.05.2014 erhielt BOTOX® die Zulassung zur Behandlung der fokalen Spastizität des Fußgelenkes bei erwachsenen Schlaganfallpatienten; Fachinformationen BOTOX®, Allergan, Mai 2014
² Spasticity. American Stroke Association. Available at http://www.strokeassociation.org/STROKEORG/LifeAfterStroke/RegainingInde.... Letzter Zugriff Januar 2014
³ Kaji R. et al. Botulinum toxin type A in post‐stroke lower limb spasticity: a multicenter, double‐blind, placebo‐controlled trial. J Neurol 2010;257:1330‐1337
⁴ Seit 2001 ist BOTOX® zugelassen zur Behandlung der fokalen Spastizität des Handgelenkes und der Hand bei erwachsenen Schlaganfallpatienten; Fachinformationen BOTOX®, Allergan, Mai 2014
⁵ Heuschmann P.U. et al. Schlaganfallhäufigkeit und Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland. Akt Neurol 2010;37:333‐340
⁶ Busch M.A. et al. Prävalenz des Schlaganfalls bei Erwachsenen im Alter von 40 bis 79 Jahren in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 2013;56:656‐660
⁷ Thibaut A. et al. Spasticity after stroke: physiology, assessment and treatment. Brain Inj 2013;27:1093‐105. Epub: 2013/07/28
⁸ Stroke Association. About Stroke (http://www.stroke.org.uk/about‐stroke) und Stroke Statistics (http://www.stroke.org.uk/resource‐sheet/stroke‐statistics). Letzter Zugriff Januar 2014
⁹ Urban P. et al. Occurence and Clinical Predictors of Spasticity After Ischemic Stroke. Stroke 2010;41:2016‐2020
¹⁰ NINDS Spasticity Information Page. National Institute of Neurological Disorders and Stroke.

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