Die Orthokin Methode - Wie erfolgt sie und was sind die Anwendungsbereiche?

Die Orthokin Methode - Wie erfolgt sie und was sind die Anwendungsbereiche?

21.11.2017

Aktuelles: Die Orthokin Methode - Wie erfolgt sie und was sind die Anwendungsber

Quelle: © Pixabay

In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Frauen und Männer unter arthrosebedingten Beschwerden - Tendenz steigend. Damit ist die Arthrose die mit Abstand häufigste aller Gelenkerkrankungen. Sie betrifft vorwiegend ältere Menschen und verursacht vor allem Schmerzen in den Gelenken von Händen, Knien und Hüften. Die degenerative Erkrankung kann aber auch andere Körperregionen befallen. Die Orthokin Methode ist ein Verfahren, um Arthrose zu behandeln und die dadurch verursachten Beschwerden zu lindern. Hauptbestandteil der Therapie ist das Eigenblut des Patienten.

Wie wirkt die Orthokin Methode?

Die Orthokin Methode basiert auf dem Wissen, dass der menschliche Körper bei entzündlichen Vorgängen sogenannte Zytokine ausschüttet. Diese Proteine haben unter anderem die Aufgabe, das Wachstum von Körperzellen zu regulieren. Eines der Eiweiße ist das für diese Therapiemethode bedeutsame Interleukin-1 (kurz IL-1). Schüttet der Körper IL-1 aus, führt das zu Entzündungen und Schmerzen sowie den Abbau von Knorpel in Gelenken. Hingegen hat der Interleukin-1-Rezeptorantagonist die gegenteilige Wirkung: Er ist entzündungshemmend, lindert Schmerzen und beugt dem Knorpelabbau vor. Ziel der Orthokin Therapie ist es, den Interleukin-1-Rezeptorantagonisten zu vermehren und direkt an die betroffene Stelle zu injizieren.

Das Hauptanwendungsgebiet der Orthokin Therapie ist die Arthrose (Gonarthrose). Daneben eignet sich die Behandlung mit Eigenblut auch für Bandscheibenvorfälle, Ischiasbeschwerden und allgemeine Rückenschmerzen. Wie aktuelle Berichte mit neuen Studienergebnissen zeigen, sind Nervenwurzel- oder Sehnenansatzreizungen ebenso wie Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen weitere Anwendungsgebiete der Orthokin Methode.

Zahlreiche Erfahrungsberichte und verschiedene klinische Studien haben die Wirksamkeit der Orthokin Methode bestätigt. So zeigte sich beispielsweise in einer 2009 veröffentlichten placebokontrollierten Doppelblindstudie, dass die Behandlung nach der Orthokin Methode die Schmerzen und Beschwerden von Kniearthrose-Patienten deutlich linderte. Der positive Effekt der Behandlung überstieg den Placebo-Effekt und die Verbesserung, die durch eine Behandlung mit Hyaluronsäure erzielt wurde. Er war auch zwei Jahre nach der Behandlung noch immer zu beobachten. Ähnlich positive Wirkungen zeigten sich ebenfalls bei Muskelverletzungen. Das Ausmaß der Wirksamkeit ist jedoch individuell verschieden. Einige Patienten sind nach einer Orthokin Therapie sogar komplett beschwerdefrei.

Wer bietet die Orthokin Methode an und wie läuft eine Behandlung ab?

Die Behandlung nach der Orthokin-Methode führen überwiegend Orthopäden durch. Nach einer Anamnese und einer eingehenden Beratung nimmt der Mediziner dem Patienten mithilfe einer speziellen Spritze etwa 60 Milliliter venöses Blut ab. Glaskügelchen auf ihrer Innenseite simulieren eine Wunde. Diese regt die Blutzellen zur Bildung des Interleukin-1-Rezeptorantagonisten an, bis sein Anteil im Blutserum deutlich (teilweise bis um das 140-Fache) gestiegen ist. Nach einer aufwendigen Weiterbehandlung des Eigenbluts im Labor spritzt der Orthopäde das daraus gewonnene Serum in das betroffene Gelenk zurück. Üblich ist, dieses innerhalb von 3 bis 6 Wochen etwa 5 bis 7 Mal zu wiederholen.

Bei der Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, für den sich Orthokin ebenfalls eignet, erfolgt die Injektion direkt an die Nervenwurzel. Der höhere Gehalt des Interleukin-1-Rezeptorantagonisten stellt das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Proteinen wieder her.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Orthokin Methode?

Ein Vorteil der Orthokin Methode besteht darin, dass bei der Verwendung von eigenem, aufbereitetem Blut als Wirkstoff so gut wie keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Durch die Anwendung direkt an der betroffenen Körperstelle ist der Wirkungsort genau vorgegeben. Anderer Körperbereiche sind von der Behandlung überhaupt nicht betroffen.

Zwar übernehmen einige private Krankenversicherungen in manchen Fällen die Kosten für die Orthokin Methode. Hierbei kommt es vor allem auf die Diagnose und die Empfehlung des Arztes an. Doch für die gesetzlichen Krankenkassen stellt diese Behandlungsmethode eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGel) dar. Das heißt, dass gesetzlich versicherte Patienten eine Orthokin-Behandlung aus eigener Tasche zahlen müssen. Schätzungen zufolge liegen die Kosten für eine Orthokin Therapie im höheren dreistelligen Bereich.

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